Über diesen Brand
Der September 2024 brachte Portugals schlimmste Waldbrandepisode seit der katastrophalen Saison 2017. Eine Kombination aus extremer Dürre (nach dem heißesten Sommer, der je auf der Iberischen Halbinsel gemessen wurde), niedriger Luftfeuchtigkeit und starken Ostwinden schuf Bedingungen, unter denen sich mehrere Brände entzündeten und schnell über die bewaldeten Hügel Nord- und Zentralportugals ausbreiteten. Die Brände brannten auf etwa 110.000 Hektar Kiefern- und Eukalyptusplantagen, Korkeichen- und Kastanienwäldern, Olivenhainen und Weinbergen.
Mindestens 9 Menschen starben und Dutzende wurden verletzt. Ganze Gemeinden wurden evakuiert. Die Rauchfahne war aus dem Weltraum sichtbar und trieb über den Atlantik. Portugal, das im Verhältnis zu seiner Landfläche den höchsten Anteil an Waldbränden aller EU-Länder hat, sah sich erneuter Kritik an der Eukalyptus-Monokultur ausgesetzt — dem schnell wachsenden Zellstoffbaum, der hochprofitabel, aber extrem brennbar ist und der sich in den letzten vier Jahrzehnten dramatisch im Landesinneren ausgebreitet hat. Die Brände trafen sowohl landwirtschaftliche Flächen als auch Wälder: Weinberge in den Regionen Douro und Vinho Verde waren bedroht, Olivenhaine und Kastanienplantagen brannten, und Rauchbelastung beeinträchtigte Trauben, die zu dieser Zeit geerntet wurden.
Zeitplan und Schweregrad
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 15. Sep. 2024 | Mehrere Brände entzünden sich in den Regionen Norte und Centro während extremer Dürre und Ostwinden |
| 15.–25. Sep. 2024 | Brände breiten sich schnell durch Eukalyptus- und Kiefernplantagen, Korkeichenwälder und Ackerland aus |
| 25. Sep. 2024 | Brände nach 10 Tagen eingedämmt |
| Nach dem Brand | 110.000 ha verbrannt; 9+ Todesopfer; erhebliche landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Verluste |
Für Landwirte waren die Auswirkungen doppelt: direkter Feuerschaden an Kulturen und Infrastruktur, plus Rauchbelastung der zu dieser Zeit geernteten Trauben — ein finanzieller Verlust, der über die sichtbar verbrannte Fläche hinausgeht.
Satelliten-Analyse
Diese Seite präsentiert eine dNBR-Brandschwereanalyse aus Sentinel-2-Satellitenbildern. Die Schwerekarte zeigt, wo Brände am heißesten brannten und wo landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Flächen überlebten — entscheidende Informationen für Versicherungsansprüche, Wiederherstellungsplanung und die Ausrichtung von Erosionsschutzmaßnahmen vor den Winterregen. Die dNBR-Klassifizierung quantifiziert, wie viele Hektar in jede USGS-Schwereklasse über den gesamten 110.000-Hektar-Brandumfang fielen und unterscheidet Oberflächenbrand von bestandsersetzendem Kronenfeuer.
Lesen Sie unseren vollständigen Leitfaden: Was ist NBR? →
Ausblick auf die Erholung
Die Wiederherstellung nach dem Brand in Nordportugal steht vor mehreren Herausforderungen. Schnell wachsender Eukalyptus kann schnell wieder austreiben, aber die Brandgefahr, die er darstellt, wird mit ihm zurückkehren. Einheimische Korkeichen- und Kastanienwälder, feuerresistenter, aber langsamer in der Erholung, werden Jahrzehnte benötigen. Die landwirtschaftliche Erholung — insbesondere für Weinberge und Olivenhaine — erfordert die Bewertung sowohl der direkten Feuerschäden an Bäumen/Reben als auch der Rauchbelastung der geernteten Ernte. Die Satellitenüberwachung von NDVI und NBR in den kommenden Jahreszeiten wird essenziell sein, um natürliches Nachwachsen von wiederbepflanzungsbedürftigen Flächen zu unterscheiden und Erosion zu erkennen, bevor Winterregen Sekundärschäden verursachen.
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